Wanderverein Ostholstein e.V.

Text und Fotos: D. Günzer + A. Looks

Ein regenverhangener Morgen begrüßte die Sonntagswanderer am Eutiner Bahnhof. Trotzdem kamen 24 mutige Wanderer zum Treffpunkt und wollten es wissen. Mit dem Zug ging es nach Malente bzw. Plön.
In Malente stieg die „kurze“ Gruppe aus. Der Regen ließ nach und die Wanderführerin begrüßte noch weitere Mitwanderer, zusammen starteten alle entlang des Dieksees.
1905 entstand in Malente das 1. Sanatorium, ab 1955 war es Kneippheilbad und ab 1966 erhielt es den Zusatz „Bad“. Über die Diekseepromende gelangte die Gruppe bald an die Spiegelteiche. Sie
entstanden im Auftrag des Oldenburger Großherzogs Nikolaus Friedrich Peter, der hier Edelfische züchten wollte. Für diesen Zweck legte er 1869 in dem quellenreichen Gebiet eine Fischzuchtanstalt an. Die Fische wurden in Brutgefäßen und kleinen Fischteichen, die von frischem Quellwasser von dem Waldgebiet „Holm“ durchflossen wurden, herangezogen. In diesen durch Rinnen und kleine Bachläufe verbundenen Teichen sollten die Fische so lange bleiben, bis sie groß genug waren, um in den nahen Dieksee umgesetzt zu werden. In der damaligen Zeit waren die Teiche eine Attraktion für die Kurgäste des Ortes. Für den Besitzer rechneten sie sich aber nicht, denn das Herbstlaub übersäuerte das Wasser und auch der Fischotter bediente sich reichlich. So wurde die Fischzucht bald darauf wieder eingestellt. Lediglich als Touristenattraktion wurden die Teiche noch bis Ende des 19. Jahrhunderts weiter betrieben. Heute sind es Wassertretbecken.
Von dort führt die Tour hinauf in den Holm. Der Begriff geht auf das 17. Jahrhundert zurück und bedeutet „Hügel“. Hier im Holm zeigt sich die Holsteinische Schweiz von ihrer besten Seite. Vom Ufer des Dieksees geht es ziemlich steil hinauf und der Reiz dieser Region ergibt sich aus der abwechslungsreichen Landschaft, die während der letzten Eiszeit entstanden ist. Weiter ging es zum Grillplatz in Rachut, dort gab es die wohlverdiente Mittagspause. Durch das Beuthiner Holz, vorbei am „Unkenteich“, erreichte die Gruppe bald ERNA. Der Erlebnisraum Natur ist immer wieder interessant.


Die „lange“ Gruppe“ startete am Plöner Bahnhof, Richtung Fegetasche , einer ehemaligen Zollstation: hier wurden die Taschen „ausgefegt“. Kurz dahinter wendet sich die Gruppe zum Grossen Madebrökensee und zum Höftsee. Sie werden beide bei der 5-Seen-Fahrt durchfahren.
Durch den Stiftswald geht es bis zum Feriencamp Adlerhorst. Bald ist die Gruppe auch am Dieksee. Die „lange“ Gruppe geht nun auf dem gleichen Weg, wie die „kurze“ Gruppe, weiter Richtung Eutin.
Am Ende treffen sich alle zu einem leckeren Fischbrötchen oder Kaffee und Kuchen. Der Dank geht heute an die beiden Wanderführer Dagmar und Rainer, der seine erste Tour souverän geführt hat.