Wanderverein Ostholstein e.V.

Text und Fotos: D. Günzer + R. Frerichmann

Für die Sonntagswanderung hat Norddeutschlands bester Wettermacher wieder gutes Wanderwetter vorausgesagt. Hoch „Zayyan“ gibt nochmal alles! Los ging es in Plön an der Öhlmühle. Gleich überqueren die Gruppen die Schwentine, die hier vom Höftsee in den Großen Plöner See fliesst. Wie eine Perlenkette reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die Andere und die beiden Wanderführer erklärten alles mit umfangreichem Wissen und großer Geduld.
Die Insel Olsburg mit der Burg Plune, als Ursprung der Stadt Plön. Etwa 1000 n.Chr. von den Slawen erbaut, lebten diese etwa 200 Jahre dort. Danach wurde wurde die Burg erobert, zerstört und an der Stelle des heutigen Schlosses neu errichtet.
Hier beginnt auch der rund 1,3 km langer Evolutionspfad des Max-Planck-Instituts. Anlaß zur Errichtung war das 70-jährige Jubiläum der Max-Planck-Gesellschaft. Auf 11 Station wird die Evolution symbolisiert. Am „ Strandweg„ beginnt der wohl einzigartige Planetenwanderweg, der 2008 hier am See entstand. Inmitten der Holsteinischen Schweiz macht er mit den weithin sichtbaren, maßstabsgerechten Planetenmodellen (1:2 Milliarden) auf die Größenverhältnisse aufmerksam. 2,5 km geht es nun auf dem Planetenpfad immer am See entlang. Die Planetenmodelle heißen Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Es gibt dazu eine Eselsbrücke: Mein Vater erklärte mir jeden Sonntag unseren Sternenhimmel.

Auf dem Planetenwanderweg geht es weiter bis zur Streuobstwiese, die „Alte Apfelwiese“. Es schließt sich dort gleich der Kadettenfriedhof an. Hier sind die gefallenen Kadetten des 1. und 2. Weltkrieges begraben. Hier teilen sich dann die beiden Gruppen. Über die Brücke kommt man in den Bereich der Prinzeninsel. Das schöne Herbstwetter macht Laune für eine Pause. An der Spitze hatte Prinzessin Auguste Viktoria, die Frau von Kaiser Wilhelm II., ihren Lieblingsplatz, wenn sie ihre Söhne in Plön besuchte. Hier, am Südende der Prinzeninsel erreicht die Gruppe schließlich den äußeren Planeten Neptun und damit das Ende des Planetenpfades.

Auf dem Rückweg geht es durch das Schlossgelände. Das erste Gebäude ist das Prinzenhaus, hier wurden die sechs Prinzen des Kaisers untergebracht und ausgebildet. Von hier sieht man bereits das weiße Schloss. Es wurde vom Herzog Joachim Ernst 1633 bis 1636 erbaut. Plön war der Residenzort des Herzogtums Schleswig – Holstein – Sonderburg – Plön. Danach wurde es von 1868 bis 1918 als Kadettenanstalt und bis zum Ende des 2. Weltkriegs als Eliteschule der Nazionalsozialisten genutzt. Nach dem Krieg wurde es vom Land Schleswig – Holstein als Internat geführt. 2002 erwarb die gemeinnützigen Fielmann-Akademie das Plöner Schloß und errichtet dort ein Ausbildungszentrum für Augenoptiker. Weiter geht es durch die Stadt und zurück, entlang des Großen Plöner Sees.

Unterwegs entdecken die Wanderer noch den internationalen Seewegweiser. Der Plöner Künstler Kay-Uwe Laas hat diesen hergestellt. Zehn unterschiedliche Fische aus verzinktem Eisen zeigen die Himmelsrichtungen der Seen an. Auf den Fischen steht die Entfernung (Luftlinie) vom Großen Plöner See aus, die max. Tiefe, die Größe und eine Flagge des Landes bzw. der Länder, in dem oder in denen der See liegt. Auf der Spitze des Seewegweisers thront der Große Plöner See mit seiner Kontur.
Der Startpunkt ist nun nicht mehr weit. Der Dank der Gruppen geht heute an Hannelore, die ihren „Test“ als „Jung-Wanderführerin“ sehr gut bestanden hat und an Hartwig. Beide haben alles Richtig gemacht.