Trotz schlechter Wettervorhersage trafen sich 17 Wandersleute am Friedhofsparkplatz in Giekau für die 8km Runde. Zuerst gab es eine kurze Einführung in die Geschichte Giekaus: „Ghicowe“ kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Stock, Stumpf, Ort bei den kleinen Pfählen“. Im 8. Jh. n. Chr. zogen aus dem Osten slaw. Stämme in die menschenleere Region Ostholsteins/ Plöns. Die Slawenfürsten lebten auf Burgen wie in Eutin („Utin“), Plön („Plune“) und Oldenburg („Starigard“), das Volk siedelte in kleinen Dörfern unweit der Burgen. So finden sich nahe der Badestelle „Seekrug“ am Selenter See Reste eines slaw. Ringwalls, einer Turmhügelburg („Motte“) und einer späteren Wasserburg. Der Vorgänger des heutigen Guts Neuhaus wurde von den von Rantzaus im 15. Jh. angelegt und ging im 18. Jh. an die Grafen von Hahn, denen Neuhaus auch heute noch gehört.
Unsere Wanderung begann mit einem schnurgeraden Weg durch ein riesiges Haferfeld, soweit das Auge reichte kleine, goldgelbe Glöckchen auf Halmen. In Ölböhm begrüßte uns ein großer, bei Feldarbeiten freigelegter Findling. Diese kleine Siedelei besteht aus ca 7 Reetdachhäusern, die alle zum Gut Neuhaus gehören. Vorbei an knorrigen Eichen und einem Hügelgrab aus der Bronzezeit sah man in weiter Ferne einen wolkenverhangenen Berg im Wald, mit Funkturm- der Strezerberg! Und nun begann auch der vorhergesagte Regen….
Die Strecke ging jetzt durch einen beeindruckenden Wald aus alten Buchen- und Eichenbeständen, durchsetzt mit Nadelbäumen wie Lärche, Fichte und Douglasie. Die Steigung nahm allmählich zu, der Regen auch. Entlang des Weges kamen wir vorbei an Holzpoltern; einer Grundwassermessstation, gegatterten Neuanpflanzungen und Hügelgräbern. An der Schutzhütte lösten wir die sportlich Wandernden ab, die zur 3km längeren Strezerberg -Umrundung aufbrachen. Der Strezerberg ist mit 130m der höchste Berg im Kreis Plön und der zweithöchste Schleswig- Holsteins, er ist komplett bewaldet und hat keine Aussichtsplattform, nur einen Funkmast und ein Trafo- Häuschen. Wie auch Gut Panker und „Hessenstein“gehört dieser Wald der „Hessischen Hausstiftung“.
Nach einer kurzen „Abtropfpause“ brachen wir auf Richtung Fresendorf, der Blick auf Gut Neuhaus und den Selenter See blieb uns wegen des Regendunsts leider verwehrt.
Fresendorf bestand bis 1951 nur aus einem Haus für 2 Arbeiterfamilien von Gut Neuhaus, nach dem 2. Weltkrieg wurden hier für Flüchtlingsfamilien 10 Vollerwerbshöfe, 7 im Nebenerwerb und 13 Wohnhäuser geschaffen. Ein seltsames Gebäude in einem Erdhügel beherbergt einen Brunnen, der das ganze Dorf mit Wasser versorgt. Mittlerweile schüttete es wie aus Eimern, weder Schirm noch Regenjacke hielten das Wasser ab. Wir verließen Fresendorf und folgten dem Rundweg Richtung Ölböhm, querten Wiesen, bestaunten an Wassergräben die Flora aus „Mädesüß“ (mit den süßl. Blüten aromatisierte man früher Bier und Wein) und Blutweiderich, durchschritten aufgePAPPELtes Stiftungsland und kamen schließlich tropfnass am Wappenstein von Giekau wieder an.
Das Wappen von 1985 zeigt auf rotem Grund eine Schmiedezange (wohl aus einem alten Adelswappen) und einen 7- strahligen Stern, der die 7 zur Gemeinde Giekau gehörenden Dörfer symbolisiert. Den Besuch der sehenswerten St. Johanniskirche in Saalbauweise, mit Balkendecke und einem beeindruckenden Schnitzaltar von 1500 verschieben wir „auf‘s nächste Mal“ bei Trockenheit.
Danke an alle unverzagt Wandernden, hat trotz des Regens Spaß gemacht!
Nachfolgend findet Ihr den Wanderbericht von Anne mit den dazugehörigen Bildern.
https://wanderverein-ostholstein.de/wp-content/uploads/2026/07/Wanderbericht-Giekau.pdf
Text und Bilder: Anne Roever /Volker Hubl / Anette Schuries 26. 07. 2026