Rund um Oldenburg am 28.09.2025
Auf neuen Wegen geht es auf der letzten Kulturwanderung im Sommer-Wanderprogramm rund
um Oldenburg. Vom Oldenburger Bruch, ein großes Naturschutzgebiet, über die Wallanlagen,
eines der bedeutendsten Bodendenkmale Schleswig-Holsteins.
Hoch „Petralilly“ sorgt für gute Wanderbedingungen am Wandersonntag und für eine rege
Beteiligung.
Das NSG „Oldenburger Bruch“ ist ein Bestandteil der großen Niederung Oldenburger Graben, die
sich quer durch die Wagrische Halbinsel erstreckt. Die reich gegliederte Niedermoorlandschaft ist
Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet steht seit 1998 unter
Naturschutz. Im Bereich des „Kleinen Bungsberges“ findet man im Sommer besonders die
geschützte Karthäuser Nelke. Für das NSG sind besonders charakteristisch die Kopfweiden und
-pappeln. Durch ständiges Beschneiden der Bäume im Rahmen der sog. „Kopfholzwirtschaft“
entstanden die bizarr geformten Bäume. Die Seitentriebe wurden für Flechtwerk und Ruten
genutzt. Die Pflege der Bäume zur Erhaltung des „Lebensraumes Kopfbaum“ sind auf der
Wanderung deutlich erkennbar. Zu den bedrohten Tierarten zählt auch der Steinkauz. Ehemals war
der Oldenburger Bruch das am dichtesten besiedelte Gebiet dieses Vogels. Immer wieder trifft die
Gruppe auf Schautafeln, die die Entwicklung des Gebietes verdeutliche. Danach geht es hinüber
zur Oldenburger Wallanlage. Sie ist eine der bedeutendsten archäologischen Bodendenkmale
Schleswig-Holsteins. Zwischen 680 und 700 n. Chr. wurde von den eingewanderten Slawen ein
erster Ringwall errichtet. Um 750 wurde eine Vorburg errichtet und in den späteren Jahrhunderten
wurde die Burganlage erweitert. Bis sie in Folge einer Auseinandersetzung ca. 1260 endgültig
zerstört wurde. Übrig blieb der Ringwall.
Kurz vor dem Ziel treffen die Gruppen noch auf Günter Reinhold. Er ist der Kümmerer von 150
Apfelbäumen in Oldenburg. Er betreut die Streuobstwiese seit fast 25 Jahren. Gerne hat er uns mit
Äpfeln und seinem Wissen über Äpfel, ihre Ernte und Lagerung versorgt.
Nach gut 8 Kilometern sind die Wanderer wieder am Ausgangspunkt. Der Dank ging an Ute und
Dagmar, die sich mit ihren Erklärungen viel Mühe gemacht haben.
Bilder und Text: Dagmar Günzer