Auf den Spuren von Peter Muggel und zum Quelltümpel der Trave
Text und Bilder: Dagmar Günzer
Am 2. Advent treffen sich die Sonntagswanderer zur letzten Wanderung im Wanderjahr. Es geht rund um Schwienkuhlen. Tief „Wilhelmine“ zeigt sich von einer trüben Seite. Das stört aber die Wanderer nicht. Los geht´s bergauf, Richtung Giesselrade. Hier zeigt sich zum ersten Mal die Holsteinische Schweiz! Auf der Anhöhe hat die Gruppe einen guten Blick auf den sagenumwobenen Peter Muggel Wald. Ein kühner Räuber, der das Dorf und Schloß!!! Ende 1400 in seinem Besitz hatte. Das Schloß lag auf dem Krähenberg. Er plünderte die ganze Gegend und paßte die reichbeladenen Wagen der Kaufleute ab. Bis Soldaten Dorf und Schloß niederbrannten und glaubten, endlich sei alles gut. Weit gefehlt, ein Peter Muggel läßt sich nicht so leicht vertreiben. Seinen Schatz vergrub er dann, mit Hilfe des Teufels, in einer Grube. Der Teufel setzte sein Siegel darauf. Schließlich wurde er doch gefangen und ermordet. Noch heute jagt er auf seinem dreibeinigen Schimmel nachst durch das Dorf. Weiter geht es in den Wald hinein und um den Krähenberg herum. Nach gut der Hälfte des Weges erreicht die Gruppe das Dorf Giesselrade und trifft auf einen besonderen Ort, der bei jedem Wetter zur Rast einlädt. So auch heute. Die Travequelle, ein schöngestalteter Platz.
Eine Tafel gibt Erklärungen. „Ob der Fluss an der Quelle wusste, wo die Ostsee liegt? Vielleicht gefiel der jungen Trave das Binnenland Ostholsteins so gut, dass sie gar nicht daran dachte, auf direktem Weg in die Ostsee zu fließen. Dann wäre sie nach etwa 10 km schon am Ziel gewesen. Nein, die Trave nimmt sich richtig Zeit auf ihrem Weg zur Ostsee und am Ende hat sie einen langen Weg zurückgelegt. Hier in Giesselrade nimmt ein langer Weg seinen Anfang. Zuerst verrohrt, dann nicht in selbstgeschaffenem Bett, sondern in den Schmelzwasserbetten der letzten Eiszeit, durchfließt die Trave mehrere Seen. Nach langem, faszinierendem Weg und vielen Windungen fließt die Trave endlich bei Travemünde in die Ostsee. Es ist vollbracht! Um zu so einem großen Strom zu werden, wurde sie unterwegs von vielen kleineren Zuflüssen u.a. der Clever Au, der Schwartau,der Beste, Wakenitz und Stepenitz gespeist. Dann verabschiedet sich hier die Trave mit ihrem grün weißen Leuchtfeuer. Dann geht es durch die Feldmark zurück und am Krähenberg schließt sich der Kreis.
Nun geht es wieder bergab und nach gut 8 bzw. 10 km Wanderweg durfte die Gruppe in der weihnachtlich geschmückten Remise der Familie Krainbring – Meyer einkehren, um den Nachmittag bei einem Adventscafe, mit Punsch und Gebäck ausklingen zu lassen.
Der Dank der Gruppen geht heute ganz besonders an die fleißigen Helferinnen Christina und Yasmin und an Hofbesitzerin Silke.