Wanderverein Ostholstein e.V.

Text und Fotos: Dagmar Günzer, Anja Mecklenburg und Rainer Zimny

Bei allerfeinstem Wintersonnenschein haben sich die Sonntagswanderer zu einer Tour durch das Gowenser Gehege locken lassen. Alle wissen, anschließend gibt es lecker Grünkohl. Los geht es an der großen Feldsteinkirche in Neukirchen, die mit ihrem 40 m hohem Rundturm die kleine Gemeinde überragt. Die Sankt Johannis Kirche gehört zu den Feldsteinkirchen in Ostholstein und wird auch als Vicelinkirche bezeichnet. Im späten 12. Jahrhundert erbaut, ist sie eine charakteristische ostholsteinische Landkirche. Sie gehört zu den Vicelinkirchen. Diese wurden zu Ehren Vicelins erbaut. Sie hat den gleichen Grundriß wie die Kirchen in Bosau, Ratekau und Süsel. Auch das Innere der Kirche mit ihren alten Wandmalereien ist bemerkenswert. Vicelin lebte um 1126 in Bremen. Von dort wurde er von seinem Bischof nach Ostholstein entsandt, um die heidnischen Slawen zu missionieren.
In der Hügellandschaft der Holsteinischen Schweiz liegt das Gowenser Gehege. Auf dem Weg dorthin hat man schon den kleinen Neukirchener See im Blick. Er fließt in den Kellersee ab. Hinter dem See führt der Weg immer am Feldrand entlang. Über einen Hohlweg geht es dann hinüber in den Wald.
Aufmerksame Wanderer entdecken einige Hügelgräber, die signalisieren, daß es hier auch vor uns bereits eine Besiedlung gab. Die Bestattung unter einem Erdhügel endete erst mit der Christianisierung etwa 1050 n. Chr.. In der Region wurden 5 Großsteingräber aus der Jungsteinzeit gefunden, also ca. 12.000- 9.500 v.Chr.
Und schon steht die Gruppe vor der Neukirchener Au. Sonst ein bescheidenes Bächlein, aber heute mäandert die Au kräftig dahin. Auf einer Holzbrücke gibt es eine Trink- und „Guck“-Pause.

Durch das „Malkwitzer Buchholz“ geht es hinauf auf den Haßkampsberg, der mit seinen“stattlichen“ 56 m einen weiten Blick bietet. Bei gutem Wetter kann man den 168 m hohen Bungsberg entdecken. Rechts und links des Weges liegen die Höfe Timmrade und Luxrade, die zur Gemeinde Dannau gehören und erstmals 1286 erwähnt wurden. Die Ursprünge der Siedlung sind vermutlich slawisch. In einem dieser Dörfer ist Dirk von Zitzewitz aufgewachsen. Heute lebt er in Wangels. (Rennfahrer Rallay Paris-Dakar).

Als Dank fürs Mitwandern gibt es anschließend das traditionelle Grünkohl-Essen.