Wettervorhersage: Kalt, neblig, Dauergrau, kein Regen.
Wir starten mit dem Bus in Eutin. Ein besonderer Nebel begleitet uns während der Fahrt. Der Nebel wird nach und nach heller. Er leuchtet ein wenig. Ein Zauber liegt über der ostholsteinischen Landschaft. Und dann kommt sie, zunächst nur ein Hauch Licht und dann mit einer Urkraft: Eine wunderbare Wintersonne. Wir verlassen in Oevelgönne den Bus und erreichen nach wenigen hundert Metern das Waldgebiet am Steinberg und stoßen auf den alten Bahndamm, dem wir jetzt mit kleinen Wegverschränkung für 1,5 Stunden folgen.
Der Morgen hat sein Versprechen gehalten: Der Tag wird immer schöner. Der Faszination des Nebels folgen Glücksmomente. Wir spüren die Wintersonne wärmend auf unserem Rücken, Vogelgezwitscher, wir sehen Damwild, Greife. War dies ein erster Bote des bald kommenden Frühlings?
Die Fakten: Die Strecke bis zum Ziel beträgt 17,5 KM. Die Bahnstrecke wurde 1844 erbaut und am 31. Mai 1866 feierlich eröffnet und war Bestandteil der Bahnlinie Neumünster, Ascheberg, Plön, Neustadt. Ende des 19. Jahrhundert nutzen die Menschen aus Neumünster und dem dortigen Binnenland, um Naherholungsgebiete nahe der Ostsee zu besuchen. In Bujendorf entstand sogar ein Hotel. Durch die Verlagerung des Verkehrs auf die Straße wurde wegen der damit verbundenen Unwirtschaftlichkeit die Bahnlinie 1978 eingestellt.
Geblieben ist ein naturnaher Wanderweg. Nach dem Verlassen des Bahndamms erreichen wir einen Wirtschaftsweg, der uns nach Zarnekau-Dorf führt. Es geht über Gamal zum Eutiner See. Wir entscheiden uns für den Weg auf der bewaldeten Nordseite des Sees. Von dort haben wir einen schönen Blick auf die Stadt mit dem Schloss, der neuen Freilichtbühne an der Wasserkante, sowie der Voss-Schule und dem Wasserturm auf dem Berg. Wir erreichen unser Ziel, das Eutiner Zentrum, über den Seepark.
Text: R. Strunk

