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Der wetterwendische Januar ist nicht der ideale Wandermonat. Dennoch haben an allen drei Wandertouren im neuen Wanderjahr Mitglieder und Gäste den inneren „Schweinehund“ überwunden und sind mitgewandert. Ziel war an erssten Sonntag Heiligenhafen. Ungewöhnlich weit für Januar, aber die Ostsee hat auch im Winter ihren Reiz. Nicht nur Reizklima, auch außergewöhnliche Aussichten verdrängen den Winterblues. Am Fischereihafen entladen die Fischer gerade ihren Fang und schon stehen die Lkw`s bereit, um die frischen Fische weiterzutransportieren. Weiter geht es unterhalb der alten Bahntrasse. Hier steht die skurrile „Arche Nova“ des Künstlers Tillmann Fritsch. Die Bootsanhänger sollten schon entsorgt werden, wurden dann aber zu Kunst. Weiter geht es entlang der Küste, immer den „Kleiderbügel“ im Blick. So nennen die Einheimischen gerne liebevoll die Fehmarnsundbrücke. Am Wasser zurück, kommt die Gruppe dann auf den Graswarder. Dieses NSG war urspünglich eine Insel. Um 1900 begannen einige vermögende Mitglieder der Deutschen Badegesellschaft hier mit dem Bau von reetgedeckten Strandvillen, die heute unter Denkmalschutz stehen. Die Villa „Wotan“ sowie die gesamte Halbinsel war bereits mehrfach Drehort für Filmproduktionen. Vom Graswarder geht es dann durch die neuen „Strandvillen“ zurück zum Ausgangspunkt. Am Denkmal des Heiligenhafener Fischers Stüben gibt es noch eine historische Einlage der Wanderführerin. 1864 hat Fischer Stüben preußische Soldaten an dänischen Kriegsschiffen vorbei durch den Fehmarnsund gelotst, wodurch die dänischen Besatzer überrascht wurden.

Am 2. Wandersonntag sorgt Hoch „Brigida“ bereits am frühen Morgen für schönes, mildes Wanderwetter. An ungeschützten Stellen blies auch mal ein frischer Wind. Aber alle Wanderer freuten sich über das optimale Wetter und los`s ging es an der Feldsteinkirche in Neukirchen, die mit ihrem 40 m hohen Rundturm die kleine Gemeinde überragt. Im späten 12. Jahrhundert erbaut, ist sie eine charakteristische ostholsteinische Landkirche. Hinauf, durch einen Redder, immer mit Blick über die weichgewellte Endmoränen-Landschaft der Holsteinischen Schweiz. Der letzte „Anstieg“ führt die Gruppe über eine Wiese. Am Ausgang der Wiese steht man vor militärischem Sperrgebiet. Die Gruppe umläuft diesen Truppenübungsplatz, an dessen Ende lädt eine Sitzgruppe zu einer Pause ein. Danach kommt die Gruppe an der alten Schule von Söhren vorbei. Hier war das Atelier „Brennnessel“. Der Eigentümer gewährt der Wandergruppe schon einmal Einlaß und zeigte stolz seine Skulpturen aus Metall, Holz, Ton, Stein etc.. Der „Zirkelmann“ ist ein besonderes Objekt.

Die letzte Wanderung im Wintermonat Januar führt durch die Kasseedorfer Tannen. Im Wald verborgen finden sich immer wieder Hügelgräber, die aber nicht gekennzeichnet sind. Aber doch auf frühchristliche Zivilation hindeuten. So führt der Weg kreuz und quer durch die Kasseedorfer Tannen, ein Forst, der von der großherzoglich-oldenburgischen Verwaltung angelegt wurde. Unterwegs trifft die Gruppe auf Mammutbäume, die sicher einiges erzählen könnten. Sie können bis zu 3.000 Jahre alt werden. Die Wanderung führt durch die eiszeitliche Endmoränen Landschaft der Holsteinischen Schweiz.

Der Wandermonat Januar war grau und trüb, aber die Wanderer und Gäste haben tapfer manch schlechter Witterung getrotzt. Das ist ein Zeichen dafür, daß man bei jedem Wetter Wandern kann und das Wandern eine positive Wirkung auf Körper und Seele hat.

Der Dank der Gruppen geht Sonntags stets an die verschiedenen Wanderführer, die die Gruppen jeweils wohlbehalten zum Ausgangspunkt zurückgebringen.

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