Durch den Hilgegard von Bingen-Garten und rund um die Fissauer Bucht am 23.09.2018   Foto: Rainer Zimny

Der Wander-Sonntag stand ganz im Zeichen des Herbstanfangs. Treffpunkt war ausnahmsweise die Schloßbrücke in Eutin und von dort ging es auch auf dem direkten Weg in den Küchengarten. Hier sollte es eigentlich eine Führung zu Hildegard von Bingen geben, aber diese mußte leider ausfallen. Der Küchengarten wurde unter Herzog Peter Friedrich Ludwig als Wirtschaftsgarten angelegt und versorgte das Schloß mit Obst und Gemüse. Empfindliche Pflanzen konnten im Winter in der Orangerie überleben. Als 1927 der letzten Hofgärtner in den Ruhestand ging wurde der Garten verpachtet. Im Laufe der letzten Jahrzehnte verfiel er immer mehr und war zuletzt nur noch eine Brache. Mit der Unterstützung verschiedener Förderprogramme begann ab 2005 die Revitalisierung. Einen besonderen Schub bekam der Küchengarten mit der Landesgartenschau 2016. Heute wird der Küchengarten von verschiedenen Gruppen gepflegt. Für Hildegard von Bingen wurde ein besonderer Garten angelegt. Hier kann sich jeder Besucher über die Heilpflanzen informieren, die Hildegard von Bingen zu ihrer heil- und naturkundlichen Arbeit angeregt haben. Weiter ging es duch den Schloßgarten, der zu den schönsten englischen Landschaftsgärten Norddeutschlands zählt. Herzog Peter Friedrich Ludwig lies ihn im freimaurerischen Stil anlegen. Er selbst soll auch ein Freimaurer gewesen sein. Es ist allerdings nicht bewiesen. Durch die Lindenallee ging es dann zum Schloß. Es hat eine bewegte Geschichte. Die spätere Zarin Katharina die Große hat hier als junges Mädchen bei ihren Großeltern die Sommer verbracht. Hier hat sie auch ihren späteren Mann, Zar Peter kennengelernt. Mit ihm ging sie dann nach Rußland. Ohne Wandern kein Sonntag! Jetzt geht es um die Stadtbucht und über die Bebensundbrücke. Hier im Eutiner Staatsforst spüren die Wanderer die Endmoränenlandschaft der letzten Eiszeit. Von höchsten Punkt des Wanderweges hat man einen besonders schönen Blick auf die Fissauer Bucht. Weiter geht’s durch den Ortsteil Fissau, wieder hinunter zum See. Bald ist die Gruppe auf der Eutiner Seeseite. Das gute Wetter hat auch nochmal die Segler auf den See gelockt. Für uns sind sie eine kleine Regatta gefahren. Im Seepark gab es dann noch einen Abstecher zum „Garten der Freundschaft“ für Eutins Partnerstadt Lawrence, Kansas, USA. Am Schloß angekommen waren alle Wanderer und Gäste froh, daß der versprochene Regen erst am späten Nachmittag eingesetzt hat.