Mit „Fischer Stüben“ durch Heiligenhafen    

Foto: Rainer Zimny

Während des Krieges gegen Dänemark, 1864, lotste der Heiligenhafener Fischer Gottlieb Friedrich Stüben die 8. Kompanie im 5. Brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 48 mit 160 Mann in requirierten Booten von Heiligenhafen, an dänischen Kriegsschiffen vorbei, durch den Fehmarnsund. Die dänischen Besatzer wurden überrascht und damit wurde die Insel Fehmarn aus den Händen der Dänen befreit. Hauptmann Xavier von Mellenthin, der die Truppen führte, wird von den Fehmaranern heute noch vereehrt. Fischer Stüben wurde im Hafen von Heiligenhafen ein Denkmal gesetzt. Er ist das „Musterbeispiel“ eines Ostsee-Fischers.

Der Stadtführer Klaus Nehring führt die Wandergruppe als Kunstfigur „Fischer Stüben“ heute durch die Altstadt von Heiligenhafen. Durch die Bergstraße und die Fischerstraße geht es zum Rathaus. Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Marktplatz mit dem als Wohnhaus erbauten Rathaus von 1882. Einst lebten und arbeitet hier 40 Personen. Über dem Eingang hängt eine Haifischflosse. Die Innenräume sind stattlich ausgemalt und mit Stuck verziert.

Den Abschluß des Rundganges bildet der Besuch der Heilighafener Stadtkirche. Sie wurde 1250 erbaut und immer wieder verändert. Es ist die Kirche der Fischer und Schiffer. Schiffe hängen als Votivgaben im Kirchenschiff. Auch Theodor Storm erwähnte die Kirche in seiner Novelle „Hans und Heinz Kirch“. Durch einen Aufenthalt bei seinem Bruder in Heiligenhafen wurde er 1881 zu dieser Novelle inspiriert, deren Schauplatz hier angesiedelt ist. Die Ausführungen von „Fischer Stüben“ waren interessant und die Teilnehmer haben Heiligenhafen sicher noch nicht von dieser historischen Seite erlebt. Der Dank geht heute an unseren beiden Wanderführer Hannelore und Lutz, die diese tolle Idee hatten.