Foto: Roland Günzer

Die Sonntags-Wanderer haben sich für diesen Sonntag etwas Kultur „verordnet“. Mit dem Zug ging es von Eutin nach Lübeck. Die Wanderer wollten Lübeck von einer besonderen Seite erleben. Los ging es am Bahnhof, über den Lindenteller und über die „Puppenbrücke“, hinunter zum Ufer des Lübecker Stadtgrabens. Hier hat uns unser Wanderführer bereits das erste Mal mit Informationen gefüttert. Weiter ging es hinauf zur Freilichtbühne und hinüber zum Wallgraben. Hier trifft die Gruppe nun auf die Trave. Ein kleines Stück weiter erreicht man das Kaisertor, eines der fünf Lübecker Stadtore. Das Kaisertor ist ein Teil der ehemaligen Stadtbefestigung Lübeck. Weiter geht es zum Mühlenteich. Hier befand sich das Mühlentor, daß heute nur noch als Modell erhalten ist. Insgesamt bestand die Mühlentor-Anlage aus vier hintereinander gestaffelten Toren, die in verschiedenen Jahrhunderten errichtet wurden, wobei die jüngeren den älteren vorgelagert wurden. Allerdings existierten zu keinem Zeitpunkt alle vier Torbauten zugleich. Weiter geht es über den Dükerkanal hinunter zur Wakenitz. Die Wakenitz hat keine Quelle, sondern fließt aus dem Ratzeburger See und wird auch wegen ihrer Urwüchsigkeit „Amazonas des Nordens“ genannt. Weiter geht es durch die etwa 220 Meter lange „Engelswisch“. Sie verläuft in einem weit geschwungenen Bogen durch die Lübecker Altstadt. Von ihr zweigen u.a. die Petersilienstraße ab. Die Häuser rechts und links davon stehen zum größten Teil unter Denkmalschutz. Am Europäischen Hansemuseum endet „das Leben der Wakenitz“. Hier fließt sie in die Trave. Von der frei zugänglichen Dachterrasse bietet sich ein wundervoller Panoramablick auf einen Teil der Lübecker Altstadt. (Bei gutem Wetter!!!) Die Gruppe verläßt die Altstadt über die Drehbrücke und kommt damit wieder zum Stadtgraben. Hier geht es dann nochmal über die „Puppenbrücke“. Die Lübecker haben der Brücke diesen Spitznahmen wegen der 8 Figuren gegeben. Die wohl berühmteste Figur stellt Merkur dar. Dieser streckt sein Hinterteil Richtung Westen. Emanuel Geibel, der in Lübeck gelebt hat, hat dazu das nachfolgende Gedicht geschrieben:

Zu Lübeck auf der Brücken
da steht der Gott Merkur.
Er zeigt in allen Stücken
olympische Figur.
Er wußte nicht von Hemden
in seiner Götterruh;
drum kehrt er allen Fremden
den blanken Podex zu.

Damit ist die Gruppe wieder an ihrem Ausgangspunkt angekommen. Der Dank geht heute an unseren Wanderführer Karl, der Allen viel Wissenswertes vermittelt hat.