Wandern zum „Märchendorf“ Siggeneben am 29. Oktober 2017           Foto: Roland Günzer

Die letzte Wanderung im Monat Oktober führt die Sonntagswanderer in das verwunschene „Märchendorf“ Siggeneben. Selbst Tief „Herwart“ hat die Gruppe nicht davon nicht abgehalten. Bei kräftigem Wind, fast Sturm, startet sie an der Seebrücke in Süssau. Von dort ist die zirka 9 Kilometer lange Rundwanderung gut zu bewältigen. Die Gruppe geht zuerst entlang des Deichs, mit Blick auf die aufgewühlte Ostsee. Im Hintergrund erkennt man den „Kleiderbügel“, die Fehmarnsundbrücke. Ein kleiner Falke und ein Bussard entdecken Beute im Gras. Aber bald geht es ins Hinterland. Die Landwirte holen den letzten Mais ein bzw. bereiten ihre Felder schon auf den Winter vor. Knorrige Kopfweiden weisen der Gruppe den Weg zu den weißgetünchten Reetdachhäusern von Siggeneben. Schon Theodor Fontane hat eine Zeitlang in einem der Häuser gelebt und gearbeitet. Ab Anfang 1700 wurden hier die ersten dieser sogenannten „Insten“-Häuser erbaut. Die Gutsherren erstellten für ihre Landarbeiter und deren Familien kleine Dörfer, damit sie nahe an den Gütern wohnten. Heute sind die Häuser in Privatbesitz. So schnell wie die Gruppe im Dorf ist, war sie auch schon wieder draußen. Diese denkmalgeschützte Siedlung besteht nur noch aus knapp „2 Handvoll“ Häusern. Weiter geht es schon zum nächsten Highlight dieser Wanderung. Der „Eiskellerberg“. Hierbei handelt es sich um einen zirka 6 m hohen Grabhügel eines Großsteingrabes. Es wurde voraussichtlich in der Jungsteinzeit angelegt, also in der Epoche 4.400 – 3.500 v.Chr.. Später wurde in das Hügelgrab ein Eiskeller eingebaut. Die Wanderung endet wieder am Meer, entlang der Steilküste geht es zurück zur Seebrücke. Der Wettergott hat die Gruppe zwar kräftig durchgepustet, aber es blieb trocken und die Sonne schien von einem blauweißen Himmel. Somit hat der heutige Wanderführer Roland alles richtig gemacht. Vielen Dank dafür.